Ich bin da. Nach einer langen, aber doch erstaunlich angenehmen Reise bin ich in Lae angekommen. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass meine Reise so problemlos verlaufen würde.
Nachdem ich es mir in meinem Gangplatz in der Boeing Maschine nach Singapore gemütlich gemacht hatte, kam eine wirklich ausgesprochen nette Stewardess (Französin) zu meinem Platz und fragte mich, ob ich nicht einen Platz am Notausgang haben wolle, ich sei doch irgendwie ziemlich groß.
Besser ging es wirklich nicht. Beinfreiheit war also bis ins Grenzenlose garantiert. Nette Nachbarn hatte ich auch. Sie, links, Journalistin aus Paris. Er, rechts, keine Ahnung, auf jeden Fall hatte er eine Vorliebe für Rotwein und Spongebob.;)
In Singapore gab es einen Riesenburger bei Burger King (musste nochmal sein), danach ging es mit Air Niugini Flight PX 393 weiter nach Port Moresby. Wieder der Platzjoker: ich hatte zwei Sitze für mich.
Neuguinea begrüßte mich mit einem wunderschönen Sonnenaufgang. Es war ein wirklich schönes und aufregendes Gefühl endlich am Ziel zu sein.
Nach kleiner Diskussion mit dem Zollbeamten durfte dann schließlich auch meine angebrochene Nimm2 Tüte einreisen.
Am Domestik Terminal traf ich ein deutsches Ehepaar, welches auch nach Lae weitereisen wollte. Die beiden besuchen Freunde in Butaweng, genau bei mir um die Ecke. Von Anfang haben wir uns gut verstanden und die lange Reise nach Lae dann gemeinsam beendet.
Der Flughafen in Lae ist wirklich mehr als überschaubar. Erst da habe ich gemerkt, wie heiß und feucht es hier ist. Schwül ist wirklich untertrieben, ich erlerne gerade eine für mich neue Dimension von Körperflüssigkeitsabgabe;)
Der Flughafen von Lae liegt außerhalb, man fährt eine gute halbe Stunde bis nach Ampo, wo das Lutheran Guest House liegt.
Nadja holte mich am Flughafen ab, was wirklich unglaublich nett war. Es ist hilfreich in einer so neuen Umgebung jemanden zu treffen, den man kennt. Denn neu und anders ist hier alles. Überall ist es grün und überall sitzen Menschen. Viele haben einfach nichts zu tun. Die Fahrt nach Ampo war spannend. Der Gedanke, dass als das Gesehene einmal ganz normal und selbstverständlich für mich sein wird begleitete mich ununterbrochen. Die Schlaglöcher (welcher unzählbar sind) gehören für mich jetzt schon genauso dazu, wie die vielen Menschen, die am Straßenrand sitzen. Mal ein überfahrener Hund, mal ein Händler mit einem Berg von Kokusnüssen und sowieso überall Digicel. Digicelist der örtliche Mobilfunknetzbetreiber und wirklich überall präsent. Ob es jetzt ein Sonnenschirm oder einfach nur Werbung an einem Baumstamm oder einer Hütte ist, überall sieht man den rot-weißen Schriftzug.
In Ampo bezog ich ein Zimmer im Guest House, welches Hofagao mir liebevoll hergerichtet hatte. Tausend Dank!
Ich habe noch nicht viel Kontakt zu Menschen hier gehabt, aber die wenigen kleinen Gespräche die ich hatte waren unglaublich nett und herzlich. Von überall kommt ein „Gude" oder „Apinun". Jeder grüßt und jeder grüßt zurück, was einfach Spaß macht. Heute Abend waren Nadja und ich bei einer sehr netten Amerikanerin zum Essen eingeladen. Nancy lebt hier seit neun Monaten mit ihrem Mann, der leider nicht hier war. Morgen früh steht eine kleine Andacht an, in der ich mich der ganzen Gemeinschaft vorstellen werde. Mein Pidgin geht in seinen ersten Einsatz;) Am Flughafen in Port Moresby hatte ich es schon einmal versucht, gar nicht schlecht, wie ich fand. Nur leider kann die Antwort auf Englisch. Ich hätte glaube ich auch nicht anders geantwortet…
Nach der Andacht geht's in die Stadt, einkaufen.
Es ist fünf Uhr Morgens und ich kann nicht schlafen. In regelmäßigen Abständen regnet es in einem Umfang, wie ich es noch nicht erlebt habe. Es ist gerade Regenzeit. Der Regen donnert mit einer solchen Lautstärke auf das Dach, dass es fast bedrohlich ist. Es scheint als hätte der Himmel wirklich alle Pforten geöffnet.
Übermorgen werde ich mit dem Schiff nach Finschhafen fahren. Nach einer Woche geht es doch bereits wieder zurück nach Lae und dann mit dem Flugzeug nach Goroka. Dort wird ein Mitarbeitertreffen aller NMZ Mitarbeiter stattfinden. Ich freue mich darauf alle NMZler in PNG kennenzulernen. Danach folgt wieder ein Aufenthalt in Lae und dann bin ich erstmal für längere Zeit in Finschhafen.
Schon jetzt sind alle Briefe und Papiere klamm. Alles fühlt sich feucht an. In der Tat ist die Luftfeuchtigkeit hier unglaublich hoch. Ich hoffe sehr, dass meine Elektronik das mitmachen wird. Morgen werde ich mir luftdichte Plastikbeutel besorgen, in welchen ich alles verstauen werde.
Ich melde ich wieder sobald ich kann. Morgen muss ich erstmal das Internet über mein Handy in Gang bekommen.