zwei Kinder

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drei Gesichter aus PNG

Samstag, 6. August 2011

In Port Moresby

Liebe Freunde, liebe Familie,

 

ich sitze in Port Moresby am Flughafen. Heute bin ich am frühen Morgen in Lae abgeflogen.

Die letzten Tage hatte ich enorm viel um die Ohren, vieles war nicht ganz einfach. Natürlich kam dann doch alles anders, als ich es eigentlich geplant hatte.

Entgegen meiner Planung bin ich bereits am Donnerstag von Finschhafen abgefahren. Die reguläre Fähre fuhr noch immer nicht. Ich hätte also eines der kleinen Speedboote besteigen müssen. Donnerstag fuhr dann ein Cargoschiff, auf welchem ich am Freitagmorgen Lae erreichte.

 

Der Abschied in Logaweng ist mir sehr sehr schwer gefallen. Es gab verschiedene Abschiedsveranstaltungen. Besonders der Abschied im Kindergarten ging mir Nahe.  Meine Gruppe hatte ein Lied gedichtet und sang. Anschließend wurden ein paar Worte gesagt, es gab für jeden ein paar Kekse, Cordial und Brot mit Erdnussbutter.  Auch hier wurde ich großzügigst beschenkt.

Meinen letzten Abend verbrachte ich mit meiner Waspapagruppe. Ich hatte für Betelnüsse, Cracker, Tee und Zucker gesorgt. Die anderen brachten Süßkartoffeln, Blattgemüse und Reis aus eigenem Anbau. Einfach köstlich, ich habe unglaublich viel gegessen.

Am Donnerstag war ich voll und ganz mit dem Hausputz beschäftigt. Am späten Mittwochnachmittag hatte ich von dem Cargoschiff erfahren und war nun also mit meiner Planung in Verzug. Ich gab mein bestes – und bin auch eigentlich sehr zufrieden.

Am Nachmittag fuhren wir nach Maneba, der letzte Abschied in Finschhafen folgte. Spät in der Nacht fuhren wir an Gagidu vorbei, die See war rau.

In Logaweng hatte man zum letzten Gruß Feuer entzündet. Dem, aufgrund der bewegten See, Erbrechen nahe, stand ich gerührt an der Reling.

 

Ich sitze nun in Port Moresby. Heute Mittag werde ich nach Brisbane und dann später von dort nach Melbourne fliegen.

Es ist ein eigenartiges Gefühl hier am Flughafen, zwischen all den australischen Gas- und Minenarbeitern zu sitzen und an meinen Abschied in Finschhafen zu denken. Ich fühle mich, als stehe ich zwischen zwei Welten. So habe ich mich vor einem Jahr auch gefühlt. Ich wusste nicht was auf mich zukommt, wie es werden würde. Nun geht es mir irgendwie ähnlich. Ich freue mich auf Australien und auf Deutschland. Und doch werde ich ein wenig Zeit brauchen um mich an gewisse Dinge wieder zu gewöhnen. Ein Teil von mir ist hiergeblieben und wird auch immer hier bleiben.

Als ich im Februar nach Fiji flog war ich überrascht, wie ungewohnt gewisse Abläufe und Anblicke doch geworden waren. Ich bin nun sehr gespannt.

 

 

Ich melde mich nun ein letztes Mal aus Papua-Neuguinea. Ich bedanke mich sehr für eure Unterstützung und Interesse und freue mich sehr, euch bald alle wiederzusehen.

 

Alles Liebe,

Johann