zwei Kinder

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drei Gesichter aus PNG

Samstag, 20. November 2010

Johann!

 

Ich habe heute einen traumhaften Tag verlebt. Morgens bin ich um kurz vor fünf aufgestanden und mit ein paar Studenten die Straße heruntergegangen, um Grass zu schneiden. Gestern Abend hatten wir länger zusammengesessen, ich war also dementsprechend müde.

Jeden Montag und jeden Mittwoch gibt es zwei Stunden Communitywork. In dieser Zeit werden alle allwöchentlichen Arbeiten erledigt, die am Seminar anfallen. Rasen mähen, Blumenbeete pflegen, etc.

Alle Mitarbeiter der Bibliothek treffen sich während der Communitywork in der Bücherei. Ich teile dann Arbeiten zu, die erledigt werden müssen.

Fällt eine größere Arbeit an, wie zum Beispiel das Roden einer Fläche für einen neuen Garten, dann findet das samstags statt.

Heute Morgen  haben wir an der Straße, die von der Küstenstraße nach Logaweng führt, Grass geschnitten. Die Niuginis benutzen dazu Grassmesser, welche man als längere Buschmesser beschreiben kann. Ich hatte schon vorher Grass geschnitten, jedoch nur wenig. Der alltägliche Kampf gegen den Busch hinter meinem Haus;)

Die Niuginis können mit diesen Messern unglaublich präzise umgehen. Es hätte auch ein Rasenmäher sein können. Während alle um mich herum fröhlich die Messer schwangen, konnte ich bald nicht mehr. Mal wieder hatten sich Blasen gebildet, mein Rücken tat weh. „Whiteskin- Krankheiten“.  Kurz gesagt: Ich war wirklich im Eimer.

Ziemlich schnell übernahm ich die Aufgabe der Unterhaltung. Die üblichen Stories. Deutsche Autobahnen, Hafen, Polizei und so weiter. Ehe und Traditionen behandelten wir auch. Ich musste versprechen ein Foto zu schicken, sollte ich einmal heiraten.

Immer wieder bin ich beeindruckt von der Ausdauer, mit welcher die Menschen körperliche Arbeiten verrichten. Täglich gehen die Menschen in ihre Gärten, um diese zu pflegen und Nahrungsmittel zu beschaffen. Da die Gärten oft nicht in unmittelbarer Nähe liegen, müssen mehre Kilometer zurückgelegt werden. Natürlich zu Fuß.

Während mich das Grass Schneiden wirklich Kraft kostete, zeigten alle Menschen um mich herum eine außergewöhnliche Ausdauer.  Gut, mein Messer war kürzer als die der anderen und ich bin ja bekanntlich auch nicht der Kleinste, aber trotzdem.

Um neun war ich zu Hause, frühstückte und fuhr dann in ein Dorf direkt am Meer. Ein traumhafter Ort, Südseeparadies. Die Bambushütten liegen unmittelbar am Wasser, dazwischen Palmen. Die Menschen in Malasiga und auf Tami Island (kleine Insel vor Malasiga) sind berühmt für ihre Schnitzereien. In mühsamer Handarbeit stellen die Einwohner Malasigas und der Taiinseln kunstvoll gearbeitete Schüsseln, Skulpturen und viele andere beeindruckende Dinge her. Ich kaufte etwas, einen wunderschönen Stab.

Wir sahen uns das Dorf an. Eine junge Frau schenkte mir eine schöne Muschel, was mich sehr freute. Ich genoss es in Malasiga, ein traumhafter Ort.

 

Als ich gerade ins Auto steigen wollte, passierte etwas, was mich zutiefst rührte. Eine Frau kam auf mich zu. In dem einen Arm hielt sie Geschenke für mich -  in dem anderen ein Baby. Sie sagte mir, dass sie ihrem Kind soeben den Namen „Johann“ gegeben hatte. Ich muss sagen, dass ich in diesem Moment wirklich sprachlos war. Ich war so gerührt, dass mir dir Worte fehlten. Diese Frau hatte mir eine enorme Ehre zu Teil werden lassen, zumindest empfand ich es als solche. Meine Sprachlosigkeit wurde schnell durch äußerste Freude und Dankbarkeit verdrängt, doch ein flaues Gefühl im Magen blieb.

 

Und nun zu meinem Namensvetter. Johann ist ein wunderschönes Kind, vielleicht das Schönste, das ich jemals sah. Perfekter Körperbau, er wird bestimmt groß werden! Strahlende Augen, ein elegant geformter Mund und eine perfekt geformte Nase! Als Baby hatte ich weißblonde Haare, „Malasiga-Johann“ hat das nicht. In allem anderen sehen wir uns aber seeeehr ähnlich!

Zumindest in seinem Aussehen macht er seinem Namen wirklich alle Ehre!

Könnte glatt von mir sein – ist er aber nicht! Die Haare..;)

Johann wurde von allen Seiten fotografiert. Ich werde ihn besuchen und bin sehr gespannt, wie er sich entwickelt! Foto folgt!

 

Den restlichen Tag verbrachte ich in Butaweng. Kaffee bei einem deutschen Ärzteehepaar, anschließend schwimmen mit Judith im Butaweng-Pool. Im Mondlicht lief ich den Berg nach Logaweng hinauf.

Und nun sitze ich in meinem Haus und freue mich über den vergangenen Tag. Morgen steht eine Menge an. Meine Waspapagruppe feiert ihre Abschlussfeier. Kochen mit allen Familien, irgendwelche Spiele spielen und dann Essen, bis der Arzt kommt. Gutes Programm!